Ägypten: Golfplatz auf dem Minenfeld
18.April.2007 admin
"Diese Kriegszone wird ein Raum des Friedens", sagt der Ingenieur George Zaki . Die Rede ist vom ägyptischen El Alamein, im Zweiten Weltkrieg Schauplatz zweier entscheidender Schlachten. Doch an dem Ort, an dem der deutsche General Erwin Rommel seine entscheidenden Niederlagen erlitt, soll neben dem bereits bestehenden Mövenpick-Luxushotel und dem Kriegsmuseum nun auch ein Golfplatz entstehen. Doch hat die Sache einen entscheidenden Haken, über den die Süddeutsche Zeitung berichtet:
Auf dem Gebiet, das vor fast 65 Jahren Schauplatz einer der entscheidenden Schlachten des Zweiten Weltkriegs zwischen Rommels Afrikakorps und den Allierten unter General Montgomery war, befinden sich immer noch ungezählte Minen – manche Schätzungen sprechen von 20 Millionen.
Kein Problem, könnte man da sagen: Dann müssen die Minen halt geräumt werden. Doch:
Tatsächlich werden die Räumarbeiten sehr selektiv vorgenommen: Für die Ausbeutung der Ã-lvorkommen wurden lediglich schmale Zugangsstreifen zu den Förderzonen entmint – von den ausländischen Firmen, die die Konzessionen erhielten. Für die Säuberung der geplanten touristischen Anlagen ist die ägyptische armee zuständig.
Diese war schon einmal da und hat das Gebiet scheinbar gesäubert. Doch leider tauchen nachwievor Minen auf und gefährden so die Bauarbeiter aber auch Einwohner und ggf. auch die Touristen.
Ob man unter diesen Umständen wirklich Lust bekommt, den Golfschläger zu schwingen sei dahingestellt.
Vom Grundsatz her eine gute Idee, denn Aegypten braucht mehr Golfplaetze. Nur muss man die Beseitigung der restlichen Minen sehr kritisch bewerten, denn man kann keine ordnungsgaesse Entsorgung durch das Militaer erwarten und dann koennen gefaehrliche Ueberraschungen aufkommen. Es kommt keine Freude auf wenn auf einer Golfanlage ueber Nacht zusaetzliche Bunker durch Explosionen entstehen und schon garnicht wenn diese Ereignisse waehrend des Tages und des Golfspiels stattfinden.