Algerien oder: Das Ende der Marginalisierung

11.Juni.2007 admin
Algerien oder: Das Ende der Marginalisierung

Fast hätte ich dieses Posting mit dem Satz "Urlaub für Unerschrockene" überschrieben, denn offen gestanden habe ich mich schon ein wenig gewundert, dass sich Algerien neuerdings wieder als Tourismusziel etablieren möchte. So schreibt die NZZ zwar:

Zum neunten Mal hat Ende Mai in algier eine internationale Tourismus-Messe stattgefunden. Sie ist einer der Belege dafür, dass auch Algerien sich den Boom der Reisebranche im Mittelmeerraum zunutze machen und wieder zu einer wichtigen Destination werden will.

Verglichen mit den Nachbarstaaten Tunesien und Marokko (jeweils sieben Millionen Besucher jährlich) liegt Algerien mit einer Zahl von 1,6 Millionen (davon zwei Drittel Emigranten auf Heimatbesuch) noch im Hintertreffen:

Bis 2015 soll nach dem Regierungsplan die Besucherzahl auf insgesamt 4 Mio. erhöht werden, die Hälfte davon «echte» ausländische Touristen, was einer Vervierfachung gleichkäme. Die Zahl der Übernachtungen soll von etwa 5 Mio. auf 20 Mio. steigen; Erträge von 2 Mrd. $ pro Jahr – zehnmal mehr als 2005 – sollen generiert werden.

Ehrgeizige Ziele in einem Land, dass sicherlich jede Menge an Attraktionen zu bieten hat. Neben naturbelassenen Küstenstreifen, Wüste und Spuren antiker Besiedlung ist auch die gegenwärtige Berberkultur durchaus gastfreundlich und lädt zum Urlaub ein. DOch:

Viele potenzielle Sehenswürdigkeiten sind vernachlässigt, von den über 1000 bestehenden Hotels genügen nur wenige internationalem Standard, die Kompetenz des Personals hinkt oft hinter seiner Liebenswürdigkeit nach, und von den Vorzügen Algeriens weiss man im Ausland wenig.

Ein Hauptproblem indes, ist immernoch die Sicherheit. Denn wer will schon in einem Land Urlaub machen, in dem es nachwievor regelmäßige innenpolitische Unruhen und Zusammenstöße gibt und in dem die touristischen Ziele nur durch eine Riesenaufgebot an bewaffneten Sicherheitskräften befriedet werden können.

Wer sich dennoch nicht von einem Urlaub in Algerien abbringen lassen will, sei auf die Webseite Reiserat.de hingewiesen doch auch das Algerienblog von martina Zimmermann ist überaus lesenswert.


3 Responses to “Algerien oder: Das Ende der Marginalisierung”

  1. Sehr interessanter Artikel, wie verbringen aber lieber unseren Urlaub in der lieben Heimat Deutschland.
    Michi

  2. Hört sich doch recht spannend an! Abenteuerurlaub nicht weit von Mitteleuropa entfernt, Strand und wenig Touristen… Was will man mehr? Klar, dass man nicht überall hin kann. Aber auch in Ländern wie Thailand gibt es in manchen Regionen regelmäßige Anschläge (Stichwort: Hat Yai). Deswegen würde ich aber nicht das Land komplett ignorieren, wenngleich ich selbst auch noch nicht dort war.

  3. Finde auch das solche Reisen einfach das Größte sind. Mein Gott, dann ist es halt ein bisschen gefährlich, man kann ja nicht immer daheim “in Sicherheite” bleiben ;)

    Finde es super solche Reisen zu unternehmen.

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