Bald Gratis-Strand in Italien?
1.Juni.2007 admin
Italienurlauber werden das Problem kennen. An vielen Stränden müssen für die Nutzung saftige Gebühren entrichtet werden, es sei denn, man nutzt einen Hoteleigenen Strand. So informiert uns Kurier.at:
Fast ein Drittel der Strände ist seit Jahren fest in den Händen von Strandbädern, die von ihren Kunden immer saftigere Eintrittspreise verlangen.
Schluss damit, sagt die italienische Regierung und plant nun, die ersten fünf Meter Strand generell kostenfrei zu gestalten. Immerhin 3.500 Kilometer Strand sind betroffen, was naturgemäß eine Menge an entgangenen Umsätzen bedeutet:
Die Regel ist: Wer kein Ticket bezahlt, darf auch nicht zum Strand. Nur die so genannten "freien Stände", wo Sonnenhungrige sich auf einem Handtuch im Sand ausbreiten dürfen, sind weiterhin kostenlos – jedoch liegen diese oft eng und eingequetscht zwischen zwei Badeanstalten. Das Faulenzen am Strand wird so häufig zum Stress. "Das Meer gehört allen und wir wollen es uns zurückholen!", erzürnte sich der Grünen-Politiker Angelo Bonelli.
Die Tourismusverbände laufen Sturm gegen die neue Gesetzesvorlage. So berichtet die Kölnische Rundschau:
Ganz anders sieht das die Gewerkschaft der italienischen Badeanlagenbetreiber. Sie argumentiert, dass allein in der auch bei Deutschen beliebten Region Toskana etwa 53 Prozent der Tourismus- einnahmen von den Strandbädern herrühren. "Wenn wir mehr Geld umsetzen als die Kunststädte, dann muss das wohl an den guten Dienstleistungen liegen, die wir bieten", sagte Graziano Giannessi, der in der Gegend von Versilia eine Anlage betreibt. "Wir bezahlen Steuern und Verwaltungskosten, wer soll das denn machen, wenn die Strände plötzlich allen gehören?"
Man darf gespannt sein, wie die Sache am Ende ausgeht und worin der zu erwartende Kompromiss besteht …