Bustour durch New Orleans

10.Oktober.2008 admin
Bustour durch New Orleans
© And all that Malarkey

Es ist schon ein wenig fragwürdig, das Elend anderer Menschen als touristisches Argument zu nutzen. Auf der anderen Seite besteht so die Möglichkeit, auf die Schäden hinzuweisen, die der Hurricane "Katrina" vor drei Jahren angerichtet hat. Wie die meisten LeserInnen schon bemerkt haben, geht es um die US-Südstaaten-Metropole New Orleans, die ja sowieso schon für ihren leicht morbiden Charme bekannt war. Nun hat der Spiegel die eben erwähnten Busreisen entdeckt und widmet dieser Form der Stadtrundfahrt einen eigenen, lesenswerten Artikel:

"Nach drei Jahren wird die Tour immer deprimierender", sagt Mike Jones. Der 45-Jährige stammt aus New Orleans und ist einer der Führer, die bei Gray Line Tours Busladungen mit Touristen durch die vom Sturm zerstörten Viertel leiten. Wie alle Tourguides war auch Jones selbst von den Auswirkungen der Naturkatastrophe betroffen und nimmt die Besucher mit auf eine persönliche Reise.

Und diese dauert drei Stunden zum Preis von 35 US-Dollar. Davon gehen immerhin drei US-Dollar in den Wiederaufbau der Stadt. Zwar könnte man einwenden, dass das Touristenviertel erst gar nicht zerstört wurde und das French Quarter wie eh und je Partytourismus bietet. Doch zeigt sich angesichts der Katrina-Tour, dass New Orleans jede Menge Schattenseiten besitzt und alles andere als ein "normales" Stadtbild bietet.

Das alles mag zwar nicht besonders malerisch sein aber zumindest wird die Welt so auf das Elend inmitten der USA aufmerksam. Und dafür ist die Idee dann schon wieder zu loben …


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