Christoph Kolumbus – der Erfinder des karibischen Inselhoppings
10.Mai.2006 adminVon dem Wunsch beseelt, möglichst viele neue Ländereien für die spanische Königsfamilie in Besitz zu nehmen und Gold zu finden, betrieb Kolumbus geradezu Inselhopping.
Aber nicht überall ging er auch an Land, manche Inseln benannte er einfach im Vorbeisegeln. Mal inspirierte ihn ein christlicher Feiertag, ein andermal schlicht eine spontane Eingebung. So nannte er das längliche Anguilla nach dem spanischen Wort anguillero – Aal. Ebenfalls en passant taufte der Entdecker Antigua nach der Heiligen Jungfrau des heimischen Gotteshauses in Sevilla, Santa Maria de la Antigua.
Die vielen kleinen Jungferninseln nannte er "Las Once Mil Virgenes", nach der Legende der Heiligen Ursula und ihren 11.000 Jungfrauen. Eine Inseln inspirierte ihn besonders: Virgin Gorda, heute eine der British Virgin Islands, bedeutet übersetzt soviel wie "üppige Jungfrau". Kolumbus fühlte sich vom Anblick der Insel an eine liegende Frau erinnert. Ein Eindruck, der möglicherweise durch die langen und einsamen Monate auf See verstärkt wurde.
Wer auf den Spuren des Entdeckers wandeln will, der wird vor allem in der Dominikanischen Republik fündig, wo die Iberer ihre ersten Siedlungen errichteten. In der 1990 zum UNESCO Welktkulturerbe erklärten Hauptstadt Santo Domingo kann man noch heute in der "Zona Colonial" das architektonische Erbe Spaniens bewundern. Darunter der von Kolumbus' Sohn Diego errichtete Palast "Alcázar de Colón". Besonders viel Zeit verbrachte Kolumbus auch auf Jamaica, wenngleich unfreiwillig. 1503 war er gezwungen, fast ein ganzes Jahr dort zu warten, bis seine vom Schiffsbohrwurm befallene Flotte wieder seetüchtig war. Statt "Santiago", wie es die Kolonialherren tauften, heißt Jamaica übrigens noch heute nach dem indianischen Wort Xaymaca – Land aus Wasser und Wald.
Spuren der untergegangenen Kultur der Tainos aus pre-kolumbianischer Zeit findet man auf Puerto Rico, wo Kolumbus auf seiner zweiten Reise anlegte. Unweit der Stadt Ponce liegt z.B. das Tibes Indian Ceremonial Center, eine alte Grabstätte, in deren Nähe ein Dorf der Tainos vollständig nachgebaut wurde.
Auch nach seinem Tod hörte Kolumbus nicht auf zu reisen: Am 20.5.1506 im spanischen Valladolid gestorben, wurde er zuerst in Sevilla beigesetzt, dann überführte sein Sohn Diego den Leichnam des Vaters nach Santo Domingo. Doch weil hier ab 1795 die Franzosen herrschten, zog Kolumbus abermals um, diesmal nach kuba in die Kathedrale von Havanna. 1898 wurde er erneut aus dem Grab gehoben und nach Sevilla verbracht. Die Identität der Gebeine ist allerdings heute umstritten, denn 1877 fand man in der Kathedrale von Santo Domingo eine Bleibox mit der Inschrift "Christof Colon". Seitdem streiten sich Spanien und die Dominikanische Republik darüber, wo das echte Grab des großen Seefahrers liegt. Eine DNA-Analyse soll diese Frage jetzt klären.
Übrigens: Das, was er eigentlich suchte, fand Kolumbus nie: den Seeweg nach Indien. Den entdeckte der Portugiese Vasco da Gama 1498.
Quelle [openPR]