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Dubai: Arme dürfen sich nicht besaufen
abgelegt im Archiv Vereinigte Arabische Emirate von wolfgang am 24.05.06
Dubai: Arme dürfen sich nicht besaufen
Nun sind wir schon wieder auf dem Rückflug nach München. Dank der Notebook-Charging-Möglichkeit von Emirates kann ich nach einer kurzen Ladepause weiterschreiben, nachdem der Akku leer war. So gut der Service der Airline an Bord ist, so unbefriedigend sind die Dienste am Boden. Jetzt sind wir schon extra früh aufgestanden, um pünktlich die Maschine gegen 8.00 Uhr morgens zu erreichen. Doch auch um diese Zeit gibt es schon Riesengewimmel auf dem Flughafen und die Wartezeiten in den verschiedenen Schlangen summierten sich auf fast zwei Stunden, dazu noch weite Wege zum Gate und eine ewig erscheinende Busfahrt quer über das gesamte Flughafengelände. Mit dem ausgedehnten Bummel durch den "größten Duty-Free-Shop der Welt" war es damit leider Essig. Wer diese Shopping-Möglichkeit noch nutzen will, sollte mindestens drei Stunden vorher zum Airport kommen.

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Das Fazit des Kurztrips an den Golf: In Bezug auf die Juhmeira-Hotels gibt es kein Haar in der suppe. Jedes Haus hat seinen eigenen Charakter und ist für jemand, der Wert auf einen Badeurlaub mit Sonnen-Garantie und exzellentem Service legt, sicher die erste Wahl.

Vor allem auch durch die Kombination der verschiedenen Häuser, wie sie jetzt z.B. auch TUI als Baukastensystem zu einem erschwinglichen Preis anbietet. Inzwischen gibt es aber auch eine Reihe von weiteren 5-Sterne-Hotels in Dubai, die einen Besuch wert sind. Aber die Serviceorientierung der Jumeirah-Mitarbeiter, die sich in vielen Details - von der Kinderbetreuung, über das Angebot am Strand bis zum gefalteten Schwan auf dem Bett - zeigt, ist längst nicht überall selbstverständlich.

Natürlich kümmert man sich um Teilnehmer einer Journalistenreise besonders (schließlich sollen die was Gutes schreiben). Aber auch Gespräche mit "ganz normalen" Urlaubern in den Hotels haben so gut wie keine Kritikpunkte an den Tag gebracht - alle genießen die Tage in Dubai und lassen sich verwöhnen. Die Treffen mit einer ganzen Reihe von Mitarbeitern der Hotelgruppe haben den Eindruck vermittelt, dass diese Freundlichkeit wirklich von Herzen kommt.

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Menschen wie Doris Greif, seit 16 Jahren in dem Wüstenstaat und heute General Manager der Emirat Towers (ein Business-Hotel in der Stadt mit einer eigenen Frauenetage) bringen die Philosophie von Jumeirah "Stay different" durch ihr Auftreten sehr überzeugend rüber.

Beim Land selbst fällt meine Bilanz eher zwiespältig aus. Auf der einen Seite ist sicher diese Aufbruchstimmung und der Stolz auf das in den letzten Jahren Geschaffene, der aber schnell in Gigantomanie umschlagen kann. Immer nur "das Größte", "das Teuerste" oder "das Schönste" wirkt auf die Dauer schnell größenwahnsinnig. Man wartet förmlich darauf, dass die Blase platzt.

Spannend ist auch das Multikulti-Land Dubai (alleine bei Jumeirah arbeiten Menschen aus über 80 Ländern). Ohne die billigen Arbeitskräfte aus Pakistan, Indien oder den Philippinen wäre das Wirtschaftswunder nicht möglich gewesen. Dessen Schattenseite: Wer nicht mehr gebraucht wird oder unangenehm auffällt, kann sofort nach Hause gehen. Das autokratische Scheichs-Regime hält so auch die arbeitslosigkeit bei Null Prozent. Im deutschsprachigen Weblog Hallodubai gibt es auch dazu jede Menge Hintergrundinfos.

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Ein Beispiel für die "Fürsorge" des Herrschers sind die rigiden Alkohol-Regeln. Dass es für Moslems weder Bier, Wein noch Schnaps gibt, lässt sich ja noch erklären. Aber das nichtmuslimische Ausländer beim Einkauf von Alkohol in speziell lizensierten Läden eine Genehmigung ihres Arbeitgebers vorlegen müssen, ist schon krass. Denn die wird nur erteilt, wenn ein bestimmtes Mindesteinkommen vorhanden ist. Und dann darf nur ein bestimmter Prozentsatz des Lohnes in Alkohol umgesetzt werden. Mit anderen Worten: Wer arm ist, darf sich in Dubai nicht besaufen.

Die Touristen braucht das nicht weiter zu stören: In den Hotels und Restaurants wird Alkohol ausgeschenkt und auch die traditionelle Wasserpfeife (Sisha) erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Gerade fällt mir noch die Werbung eines Immobilienentwicklers aus Dubai ins Auge. Die Holding, die auch im Hotelbereich engagiert ist, hat den Leitspruch: "Im Lauf der Zeit verwandeln wir Sand in Gold". Genau das passiert im Moment in dem Wüstenstaat am Golf.



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