Dubai: Das Tor zur Sonne
20.Mai.2006 admin
"Bab Al Shams" heißt übersetzt "Tor zur Sonne". Und die brennt tatsächlich den ganzen Tag ohne Erbarmen auf das neue Wüstenresort, das Jumeirah Ende 2004 eröffnet hat. Das 5-Sterne Hotel mit seinen 105 Zimmer und zehn Suiten wurde im Stil eines arabischen Forts erbaut und soll die Atmosphäre einer längst vergessenen Beduinenstadt ausstrahlen. Dazu gehört auch ein Gewirr von Gassen, Torbögen und Treppen, in denen sich die Gäste sehr schnell verlaufen. "Die meisten bleiben nur zwei Nächte, zur Abwechslung vom Strandurlaub", berichtet Ulrike Baumann vom Betreiber Jumeirah.
Die geräumigen Zimmer sind alle sehr edel mit viel dunklem Holz eingerichtet und haben zum Teil einen atemberaubenden Blick von ihren Terassen auf die Wüste. Zur abkühlung dient eine Poollandschaft mit mehreren Becken. Für die Kinder wurde eigens ein großer Sandkasten mit speziell gereinigtem Quarzsand eingerichtet – von dort aus blickt man direkt auf die endlosen Sanddünen vor dem Fort. Irgendwie komisch.

Allzuviel kann man neben dem Relaxen am Pool hier nicht unternehmen. Jeden Abend kommen – vom Hotel bezahlt und im Zimmerpreis bereits enthalten – mehrere Kamele, mit denen man einen kurzen Ausritt (natürlich an der Leine des Kameltreibers) durch die Dünen starten kann. Heute war auch ein drei Monate altes Baby-Kamel dabei, das seinen Eltern artig hinterhertrottete und dem offiziellen Maskottchen des Hauses nicht unähnlich sah. Witzig: Regelmässig kommt ein Hotelangestellter mit Schaufel und Besen und sammelt im Sand den Kameldung ein. Vermutlich gibt es hier ähnliche Regeln, wie in unseren Großstädten für die Hundebesitzer.

Auch ein Falkner führt kurz vor Sonnenuntergang den Hotelgästen jeden Tag die bei den Beduinen sehr beliebte Jagd mit den Greifvögeln vor. Am Abend finden sich Kamele und Falken dann im 300 Meter entfernten Open-Air-Restaurant "Al Hadheerah" ein. Das liegt mitten in den Dünen und bietet neben Show-Cooking von vielerlei arabischen Speisen auch Gesang, Bauchtanz, einen tanzenden Derwisch, Hennamalerei und Wasserpfeifen auf weichen Polstern.

Ein kleiner Basar mit allerlei Mitbringseln schließt sich dem Zeltrestaurant an, das auch von Nichthotelgästen gerne besucht wird. Rund 70 Euro pro Person kostet der Spaß (inkl. Shuttle-Service von Dubai-Stadt, Non-Stop-Programm, All-you-can-Eat und nichtalkoholische Getränken). Je nach Sitzplatz kann die Musik allerdings recht laut werden. Wenn am Wochenende das Restaurant voll ausgebucht ist (Reservierung empfiehlt sich auf jeden Fall), findet auch vor dem Eingang noch ein Programm mit wilden Reitern, Kamelen, Stocktänzen der Männer und dem Haartanz junger Frauen statt. Eine schöne Einstimmung für den Abend unter den Sternen Arabiens – trotz des Rummels.

Seit wenigen Wochen hat auch der deutsche Reiseveranstalter TUI das Bab Al Shams im Katalog. Für 214 Euro pro Person kann man hier zwei Nächte Wüstenluft schnuppern. Und bei spanischer Gitarrenmusik, einem Drink und einem leichten Windhauch den Sonnenuntergang von der Roof-Top-Bar des Al Forsan-Restaurants aus genießen.
Nur mit der von TUI versprochenen "absoluten Stille" war es an diesem Wochenende in dem zu 100 % ausgebuchten Wüstenhotel mit seinen maximal zwei Stockwerken nichts: Denn tagsüber wurde am neuen dritten Restaurant des Resorts gebaut (das Projekt ist aber schon im Endstadium) und am Pool fand am Abend ein Empfang mit recht lauter Musik statt. Aber das einzigartige Wüstenpanorama und der herausragende Service entschädigen dafür allemal. Und da bewegte Bilder oft mehr als Worte sagen, gibt es hier noch ein Video mit ein paar Eindrücken von Bab al Shams.