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Dubai: Märchenerzähler aus dem Übermorgenland

abgelegt im Archiv Vereinigte Arabische Emirate am 23.05.06

Dubai: Märchenerzähler aus dem Übermorgenland
Die Menschen im Orient sind bekannt dafür, dass sie schöne Geschichten erzählen können. Da macht auch unser sehr gut deutsch sprechender Tourguide bei der heutigen Stadtrundfahrt durch Dubai-City keine Ausnahme. Er kommt aus Ägypten und hat sich sein Dubai-Know-how in einem 14-Tage-Crashkurs erworben. Als wir am Palast des derzeit amtieren Scheichs Mohammed Bin Rashid Al Maktoum vorbeifahren, tischt er uns zum Beispiel die Geschichte auf, dass dieser das Luxushotel "Burj al Arab" an seinen Amtsbruder in abu dhabi verschenkt habe. Das wisse nur kaum jemand von den Angestellten in dem Haus. "Völliger Quatsch", sagt uns später Anne Bleeker, Kommunikationschefin der Jumeirah-Kette, die auch das Burj al Arab betreibt. In regelmässigen Abständen verbreite sich dieses und zahlreiche andere Gerüchte in dem Emirat.

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Keine Erfindung sind die zahlreichen Baustellen in dem kleinen Land. 16 % der weltweiten Kapazität an Kränen befindet sich derzeit in Dubai und es sind immer noch zuwenige. Zu den spektakulärsten Projekten, die wir auf unserer Tour zu sehen bekamen, zählt der Burj Dubai.

Der höchste Wolkenkratzer der Welt soll 2008 fertiggestellt sein. Die genaue Höhe ist noch nicht bekannt, um der weltweiten Konkurrenz um den Rekord keine Anhaltspunkte zu geben. Unser Guide fabulierte von möglichen "1000 Metern", realistisch scheinen 560 Meter. Der Burj Dubai in der Sheikh Zayed Road, wo heute schon etliche andere spektakuläre Wolkenkratzer stehen, soll neben Wohnungen, Büros, Hotels und Freizeiteinrichtungen auch noch die dann - natürlich - "weltweit größte Shopping Mall" enthalten.

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Zu den weiteren spektakulären Bauprojekten im Übermorgenland gehören ebenfalls die künstlichen Inselgruppen vor der Küste. Damit sollen die derzeit 75 Kilometer Strand auf über 1500 Kilometer verlängert werden. Als erstes wird "The Palm Jumairah" fertiggestellt sein (hier eine Flash-Animation über die Entstehung).

Dort ist dann auch der deutsche Reiseveranstalter TUI mit einem Robinson Club und einem Iberotel vertreten. Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau beider Anlagen begonnen werden, die Eröffnung ist für 2008 geplant. In diesem Jahr sollen dann zwei weitere Palmeninseln vor der Küste des Emirats mit noch größeren Ausmaßen hinzukommen - sowie "The World" (hier das Werbevideo). Auf einer Meeresfläche von neun mal sechs Kilometern entstehen bis dahin 300 künstliche Inseln, die - aus der Luft betrachtet - eine Landkarte der Welt darstellen. Das Eiland "Deutschland" ist übrigens noch für 24 Millionen Euro im Angebot.

Jüngstes Projekt Dubais ist der neue Stadtteil Bawadi ("Wüsten"). Als das "Las Vegas" der Emirate (allerdings ohne Glückspiel) konzipiert, wird Bawadi - wieder einmal - das "größte Hotel der Welt" umfassen: Das "Asia-Asia" soll 6500 Zimmern haben. Insgesamt werden auf zunächst 10 Quadratkilometern 31 neue Luxusherbergen entstehen. Davon baut die mit der Entwicklung beauftragte Tochter der staatlichen Dubai Holdings, Tatweer, zwölf themenorientierte Hotels unter eigener Regie. Den Rest sollen private Investoren übernehmen - und die stehen angeblich bereits Schlange. Die in den Häusern aufgegriffenen Themen umfassen u.a. den "Wilden Westen", "Andalusien" oder die "Piratenbucht".

Mit Bawadi wird sich die Hotelzimmerkapazität in Dubai von heute 28.610 mehr als verdoppeln. Bis 2010 erwartet das Emirat 15 Millionen Touristen pro Jahr. Die derzeit knapp 300 Hotels in Dubai haben eine weltweit im Spitzenbereich liegende Auslastung. Manche Häuser können durchweg auf Belegungsraten von 100 % oder knapp darunter verweisen. Die Gesamtzahl der Hotelgäste hat sich zwischen 1999 und 2005 von rd. drei Millionen auf 6,2 Millionen verdoppelt. Besonders stark vertreten sind dabei mit 1,94 Millionen Besucher aus Europa. Mit den neuen Projekten soll das Wachstum im Tourismusgeschäft ungebrochen weiter gehen.

Aber nicht immer lassen sich die kühnen Pläne des Scheichs und seiner Planer realisieren. So sollte bereits in diesem Frühjahr das Projekt "Hydropolis" fertiggestellt werden - ein Luxushotel komplett unter Wasser. Noch im Dezember 2005 wurde es in den Medien groß gefeiert, inzwischen ist das Bauschild klammheimlich entfernt worden. Auf der Website des Projekts ist nebulös von einer "strategischen Entscheidung für eine Öffnung des Vorhabens" die Rede. Unser Guide bei der Stadtrundfahrt hat natürlich schon die Lösung des Rätsels parat: "Hydropolis wird in Mallorca gebaut, vom Staat Dubai und die Jumeirah-Kette betreibt das Hotel". Aber auch diese Auskunft kann man getrost ins Land der Fabeln verweisen.



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