Ein Brief an Freunde
11.März.2006 adminHallo, ihr Lieben,
wir waren wieder ein paar Tage an der Ostsee im Urlaub und möchten euch einen kurzen Bericht von unseren Eindrücken geben.
Ich höre schon eure Stimmen, die bei dieser mitteilung ungläubig ausrufen werden: "Wie kann man an diesem eiskalten Meer um diese Zeit Urlaub machen?". Man kann und zwar sehr gut !
Natürlich ist diese Jahreszeit nur für die abgehärteten Eisschwimmer zum Baden geeignet. Obwohl wir nicht zu dieser beneidenswerten Spezies gehören fahren wir trotzdem fast jedes um diese Zeit für einige Tage an die See und müssen unsere Entscheidung immer wieder begründen.
Dieses Mal waren wir nur wenige Kilometer von der alten Hansestadt Rostock entfernt in dem Heilbad Graal-Müritz. Staatlich anerkanntes Heilbad ist der Ort wohl deshalb geworden, weil sich hier die klare Seeluft mit der würzigen Luft großer Wälder mischt, was ganz offensichtlich für eine sehr gesunde Atmosphäre sorgt. Schon allein das ist für einen von der Großstadt geplagten Berliner ausreichender Grund die reichlich zwei Autostunden bis an die Ostseeküste zu fahren.

An den breiten kilometerlangen Stränden ist man jetzt mit den Möwen und wenigen gleichgesinnten Urlaubern allein und kann bei schönem Wetter ungestörte und erholsame Spaziergänge unternehmen. Aber nicht nur an den Stränden ist es herrlich ruhig – auch im Alten Hafen in Rostock-Warnemünde konnte man jetzt ganz entspannt schlendern und das Treiben im Hafen beobachten. Auch zu dieser Jahreszeit waren fast alle Geschäfte und Gaststätten geöffnet und freuten sich im Gegensatz zu dem Trubel im Sommer über die Gäste.

Sicher musste man sich für den Spaziergang über die Mole zum Leuchtturm warm anziehen und es blies schon ein kalter Wind. Und bei den Rundfahrten durch den Rostocker Hafen herrschte keine Flaute sondern viele Besucher freuten sich über die gut geheizten Schiffe.
Um diese Jahreszeit hat man eine breite und vielfältige Auswahl an "bernachtungsmöglichkeiten und da wird mit so manchem Angebot geworben.
In den Küstenorten Mecklenburg-Vorpommerns ist in den letzten zehn Jahren sehr viel investiert worden und es sind viele neue Hotels, Pensionen und Gaststätten entstanden. Wir denken dabei nicht nur an die Insel Rügen oder die Insel Hiddensee, die ja ein bisschen die Vorzeigegebiete sind, sondern auch an die anderen Regionen im Nordosten Deutschlands.
In diesem Jahr haben wir mal wieder das sogenannte "Fischland" und den Nationalpark "Vorpommersche Boddenlandschaft" erkundet. "ber diese interessante Landschaft mit seinen vielfältigen Naturschönheiten könnte man sehr viel berichten, aber das würde den Rahmen unseres Reportes an euch weit
sprengen. Jeder, der einmal dort war, ist begeistert.

Es hat uns aber ganz besonders beeindruckt, wie man in vielen ehemals verschlafenen Orten an der Küste investiert hat – ohne das dabei Betonburgen oder andere Tourismusschäden wie vielerorts entstanden sind. Im Gegenteil
hat man sich den örtlichen Bedingungen und Gegebenheiten sehr gut angepasst. Dabei setzt auf eine hohe Qualität der gastronomischen Einrichtungen und ein hochwertiges, ausgebautes Wellnessangebot. Wie großzügig die Investoren manchmal waren, zeigt sich auch daran, dass die meisten der Küstenorte sich
in den letzten Jahren eine eigene Seebrücke geleistet haben. In der örtlichen Werbebroschüre heißt es dann dazu: "Auch eine Seebrücke gibt es seit 1993 wieder in Graal-Müritz. 350 m aufs Meer hinausgehen, wirkt sich sehr positiv auf den Kurerfolg unserer Gäste aus." Es ist eben fast alles eine Sache der Begründung – aber schon ganz schön !
Wir hatten uns von einem Winterangebot der IFA – Hotelkette überzeugen lassen und das Grand – Hotel Graal-Müritz ausgewählt. Um es vorwegzunehmen: Wer hier ein Grand-Hotel im klassischen Sinne erwartete, wird nicht auf seine Kosten kommen. Aber in Bezug auf alle anderen gastronomischen Kriterien führt dieses relativ kleine Hotel den Namen "Grand" zurecht. Mitten im einem sich an die Dünen anschließenden Waldareal gelegen, verband es den nahen Zugang zum Strand mit der Ruhe des Waldes. Dass die Zimmer und die Gastronomie ausgezeichnet waren, möchte ich nur nebenbei erwähnen. Am schönsten war es für uns, die große Schwimmhalle, die drei Saunen und den Wellness- und Spa-Bereich nach unseren Spaziergängen und Ausflügen ausgiebig zu nutzen. Hier hätte dann der Tag schon ein paar Stunden länger sein können
Zu unserer Buchung gehörte ein opulentes 4-Gänge-Menü am Abend, den wir dann noch an der viel zu gemütlichen Bar ausklingen lassen konnten.
Wir hoffen, dass wir euch überzeugen konnten, dass man auch im Winter an der Ostsee einen sehr erholsamen Urlaub verbringen kann. Und vor allem ist es zur Nachahmung sehr zu empfehlen.
Toller Artikel! Da bekommt man so richtig Lust auf Urlaub an der Ostsee.