Ein Jahr im Jemen

14.Dezember.2005 admin
BlogPicture

Seit dem 31.08.2005 berichten die Journalisten Klaus Heymach und Susanne Sporrer auf Zeit.de Weblogs über ihr Leben im Jemen.

Die beiden haben ihre Redaktion in Berlin im Februar 2005 gegen ein 300 Jahre altes Lehmhaus in der Altstadt von Sanaa getauscht. Dort lernen sie nun Arabisch, schreiben und beobachten das vom Muezzin bestimmte Leben ihrer Krummdolch beziehungsweise Ganzkörperschleier tragenden Nachbarn, und schreiben vor Ort von ihren Erlebnissen.

Bloggen aus dem Jemen ist gar nicht so einfach: "access denied to the system by Websense Filter", heißt es auf dem Bildschirm, sobald man von hier aus blogg.de aufrufen möchte. "Zugang verweigert", schon zur Anmeldeseite. Warum denn das? "Sexuality", lautet die Begründung von Websense, dem Weltmarktführer im "web filtering", den auch McDonald�'s und die US Army engagiert haben.Dass die Zensur nichts nutzt, zeigt ein Blick über die Schultern der jugendlichen Kunden in den Internetcafés der Neustadt, wo sie sich für anderthalb Rial (0,6 Cent) pro Minute all das anschauen, was hier auf den Straßen hinter schwarzen Schleiern verborgen bleibt. Die Bildschirme sind voll mit halb nackten Frauen, neulich tippte ein Schlipsträger neben mir in seinen Messenger: "Suche Bilder von unter Zehnjährigen." Aber unser Webtagebuch lässt sich zum Glück auch inkognito verfassen, ohne fremde Blicke über die Schulter, mit dem Laptop auf der Dachterrasse. Yemennet muss ja nicht alles mitbekommen.Sana'ani – Ein Jahr im Jemen


Hinterlasse eine Antwort



Impressum