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Elephant Special Tours: Der große Treck
abgelegt im Archiv Asien , Erlebnisreisen von Elke Fleing am 11.10.06
Elephant Special Tours: Der große Treck
Schön, dass ich noch in Kontakt zu Elephant Special Tours stehe, sonst hätte ich diesen - auf jeden Fall für mich - tollen TV-Tipp vielleicht verpasst: Am 18.10.06 um 20.15 Uhr sendet der MDR den Film, den er beim großen Elefantentreck in Nordthailand gedreht hat.

Für mich ein Muss, zählt doch mein fünftägiger Aufenthalt im nordthailändischen Elefanten-Camp bei Lia und Bodo Förster (im oberen Bild links) zu den absoluten Highlights dieser Reise. Eher zufällig stieß ich bei der Planung des Urlaubs auf das Angebot des thüringischen Elefantenpflegers und seiner Frau, der mehrtägige Seminare zu Pflege und Umgang mit Elefanten in seinem Camp nahe Mae Sopok, Nordthailand, anbietet. Vom Finden über große Begeisterung bis hin zum Buchen vergingen in etwa 30 Minuten.

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Und es war wirklich fantastisch! 4 Tage lang lernten wir in einer kleinen - sehr netten - Gruppe im Dschungel die Pflege und das Lenken von Elefanten: Der Tagesablauf war in etwa so: Übernachtet - und, von Lia bekocht, ausgesprochen lecker gegessen - haben wir alle in Lias und Bodos Lodge , fuhren dann frühmorgens auf einem PickUp über Holperstraßen so nah wie möglich an das Camp heran. Nach einem strammen zwanzig-minütigen Marsch durch den Wald begrüßten wir die Mahouts, die die Saison über bei den Elefanten im Wald wohnen.

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Alle gemeinsam machten wir uns dann auf die Suche nach den Elefanten, die die Nacht fressend und dösend im Wald verbringen. Die Tiere führend oder auf ihnen reitend (je nach persönlicher Traute) dann Rückmarsch zum Camp zum morgendlichen Elefantenbad. Das ist ganz wichtig für die Tiere, damit ihre empfindliche Haut keine Schürfwunden durch Reiter und Sattel bekommt. Außerdem dient den Mahouts das Bad als Kontrolle, ob die Tiere unverletzt sind. Bei nassen Elefanten sieht man eventuelle Verletzungen oder Entzündungen viel besser. Natürlich aufmerksam beobachtet und angeleitet von Bodo und seinen Mahouts machten wir uns dann ans Werk, "unseren" Elefanten kräftig abzuschrubben. Gar nicht soo einfach, denn erstens hatte das Wasser gefühlte 12 Grad (in Wirklichkeit war es schon etwas wärmer) und zweitens hatten wir auf den glitschigen Steinen im Fluss tüchtig um unser Gleichgewicht zu kämpfen. Außerdem war da auch immer ein wenig Sorge, ob der Elefant sich als Richtung zum Hinlegen im Wasser nicht gerade die Position aussuchte, auf der man sich selbst gerade befand. War aber völlig unbegründet, die Tiere sind wirklich supervorsichtig. Als dritte Erschwernis beim Elefantenschrubben kam hinzu, dass wir die zwei Babies im Auge behalten mussten, die nur Unsinn im Kopf hatten und immer gern mal schubsen wollten. Das klingt nur niedlich, ist aber nicht ganz ungefährlich. Im Gegensatz zu ihren Müttern sind die Babies nämlich noch nicht dressiert, hören also noch nicht auf die Kommandos der Mahouts. Und wenn einen so ein Ein-Tonnen-"Spielzeug" ernsthaft ärgern will, kann das böse ins Auge gehen. Aber auch hier waren Bodo und sein Team sehr wachsam.

Nach dem Baden wurden die Elefanten gesattelt. (Darum habe ich mich allerdings gedrückt, weil man dazu zwischen einem ziemlich kipplig aussehenden zwei Meter hohen Podest und dem Rücken des Elefanten hin- und herklettern muss. Das iss nix mit meiner Höhenangst ...) Benutzt haben wir die Sättel allerdings nur einmal am ersten Tag, hauptsächlich, um zu erleben, wie unbequem ein Elefantenritt mit Sattel ist. Es ist viel (!) komfortabler und sicherer, direkt hinter dem Kopf des Tieres in seinem Nacken zu sitzen, die Beine anzuziehen und hinter den Ohren des Elefanten zu verankern. Man schrabbt sich als Touri mit Sensibelchen-Haut allerdings zunächst tüchtig die Schienbeine auf, weil die Elefantenhaare ordentlich kratzig sind und man ständig daran entlang scheuert. Macht aber nichts, ist am Abend schon vergessen.

Etwas üben muss man auch, erst mal aufzusteigen. Die Rücken der Elefanten sind dann ja doch um die 2,5 m hoch. Wir haben das so gelernt: Du stehst frontal vor dem Elefanten. Auf Kommando senkt er seinen Kopf sehr tief herunter - das haben die wirklich alle ganz brav gemacht, ohne zu wackeln, was gar nicht so einfach ist, einem Elefanten beizubringen. Dann greifst du möglichst hoch auf seinen Kopf und jumpst mit einem möglichst eleganten Bocksprung in seinen Nacken. Bei mir sah das allerdings wohl eher nicht sooo elegant aus. Aber egal, hoch gekommen bin ich auch. Jetzt gibt es nur noch das Problem, dass du verkehrt herum auf deinem Elefanten sitzt, also mit dem Kopf in Richtung seines Hinterteils. Absolut unpraktische Position zum Reiten, also: wenden. Und das fand ich wirklich am schwierigsten. Mich in 2 Meter fünfzig Höhe auf dem Nacken eines Elefanten umzudrehen, also ein bein nach dem anderen über seinen Kopf zu schwingen, war für mich echt angstbesetzt. Aber mit gutem Zureden Bodos und Einsammeln allen Mutes, den ich so finden konnte, war auch das irgendwann geschafft. (Das Absteigen geht übrigens viel einfacher: Wieder senkt der Elefant auf Kommando den Kopf und man rutscht einfach über seinen Kopf nach unten. Das war nun wirklich gar nicht schwierig.)

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Na ja, und dann gings los im Elefanten-Konvoi Dschungel-auf, Dschungel-ab. Die Mahouts und Bodo immer sichernd neben uns, wir vorsichtig übend, die Elefanten mit Kommandos und dem Druck der Beine zu lenken. Gar nicht so einfach! Und ich konnte es auch am Ende dieser Tage natürlich noch nicht richtig. Aber das war auch nicht zu erwarten.
Spannend wurde es dann für mich jedes Mal, wenn "mein" Elefant ein Fress-Päuschen einlegte. Die Tiere müssen ja enorm viel Fressen, weil sie so schlechte Stoffwechsler sind und eben auch einfach riesig viel Masse zu versorgen haben, da ist es für gute Elefantenpfleger wie Bodo und seine Mahouts selbstverständlich, dass sie auch fressen dürfen, wenn Touristen auf ihnen sitzen. Aber der nordthailändische Dschungel ist nun mal sehr steil - und die leckersten Bambuspflanzen scheinen immer (!) hangabwärts zu wachsen. Also sizte ich auf fast drei Meter Höhe auf einem Elefanten, der problemlos hangabwärts in einem recht steilen Hang stehen kann, ein bisschen den Kopf senkt und gemütlich bambus mampft. Und ich habe vor meinen Augen die Höhendifferenz vom Elefantenrücken zum Boden plus dem ordentlichen Gefälle direkt dahinter. Hmmmh.
Aber wie auch immer: Das Reiten im Nacken dieser wundervollen Tiere ist ein fantastisches, unglaubliches Gefühl, das ich sicher nie (!) vergessen werde.
Nach dem "Spaziergang" gehen die Elefanten noch einmal mit uns baden und werdendann von ihren Mahouts zu ihren Schlafplätzen gebracht. Es hat mir sehr gut gefallen, dass Bodo und seine Leute gut Acht geben, die Tiere nicht zu überfordern. Ihre gewerkschaftlich zugesicherte Mittagspause haben sie natürlich auch.
Na, und wir mit Erlebnissen vollgetankten und redlich erschöpften Gäste marschieren zurück durch den Dschungel, werden - schucker, huppel - wieder zur Lodge gebracht, hüpfen unter die Dusche (dringend nötig, trotz zwei Bädern am Tag) und lassen den Tag beim Abendessen und dem einen oder anderen Chang (chang = Elefant)-Bier auf Bodos und Lias Terasse ausklingen, von der man übrigens einen fantastischen Ausblick hat. Glücklich, den Tag Revue passieren-lassend und über - natürlich - Elefanten plaudernd.
Eine Trip, den ich wirklich allerwärmstens empfehlen möchte. Davon erzählt man noch seinen Enkelkindern.

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Tags: Elefanten  Treck  Elephant  Special  Tours  Nordthailand  Bodo  Förster  Asien  ElefantenCamp  Elefantenreite 
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