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Asien
, Erlebnisreisen
von Elke Fleing am 11.10.06

Für mich ein Muss, zählt doch mein fünftägiger Aufenthalt im nordthailändischen Elefanten-Camp bei Lia und Bodo Förster (im oberen Bild links) zu den absoluten Highlights dieser Reise. Eher zufällig stieß ich bei der Planung des Urlaubs auf das Angebot des thüringischen Elefantenpflegers und seiner Frau, der mehrtägige Seminare zu Pflege und Umgang mit Elefanten in seinem Camp nahe Mae Sopok, Nordthailand, anbietet. Vom Finden über große Begeisterung bis hin zum Buchen vergingen in etwa 30 Minuten.


Nach dem Baden wurden die Elefanten gesattelt. (Darum habe ich mich allerdings gedrückt, weil man dazu zwischen einem ziemlich kipplig aussehenden zwei Meter hohen Podest und dem Rücken des Elefanten hin- und herklettern muss. Das iss nix mit meiner Höhenangst ...) Benutzt haben wir die Sättel allerdings nur einmal am ersten Tag, hauptsächlich, um zu erleben, wie unbequem ein Elefantenritt mit Sattel ist. Es ist viel (!) komfortabler und sicherer, direkt hinter dem Kopf des Tieres in seinem Nacken zu sitzen, die Beine anzuziehen und hinter den Ohren des Elefanten zu verankern. Man schrabbt sich als Touri mit Sensibelchen-Haut allerdings zunächst tüchtig die Schienbeine auf, weil die Elefantenhaare ordentlich kratzig sind und man ständig daran entlang scheuert. Macht aber nichts, ist am Abend schon vergessen.
Etwas üben muss man auch, erst mal aufzusteigen. Die Rücken der Elefanten sind dann ja doch um die 2,5 m hoch. Wir haben das so gelernt: Du stehst frontal vor dem Elefanten. Auf Kommando senkt er seinen Kopf sehr tief herunter - das haben die wirklich alle ganz brav gemacht, ohne zu wackeln, was gar nicht so einfach ist, einem Elefanten beizubringen. Dann greifst du möglichst hoch auf seinen Kopf und jumpst mit einem möglichst eleganten Bocksprung in seinen Nacken. Bei mir sah das allerdings wohl eher nicht sooo elegant aus. Aber egal, hoch gekommen bin ich auch. Jetzt gibt es nur noch das Problem, dass du verkehrt herum auf deinem Elefanten sitzt, also mit dem Kopf in Richtung seines Hinterteils. Absolut unpraktische Position zum Reiten, also: wenden. Und das fand ich wirklich am schwierigsten. Mich in 2 Meter fünfzig Höhe auf dem Nacken eines Elefanten umzudrehen, also ein bein nach dem anderen über seinen Kopf zu schwingen, war für mich echt angstbesetzt. Aber mit gutem Zureden Bodos und Einsammeln allen Mutes, den ich so finden konnte, war auch das irgendwann geschafft. (Das Absteigen geht übrigens viel einfacher: Wieder senkt der Elefant auf Kommando den Kopf und man rutscht einfach über seinen Kopf nach unten. Das war nun wirklich gar nicht schwierig.)

Spannend wurde es dann für mich jedes Mal, wenn "mein" Elefant ein Fress-Päuschen einlegte. Die Tiere müssen ja enorm viel Fressen, weil sie so schlechte Stoffwechsler sind und eben auch einfach riesig viel Masse zu versorgen haben, da ist es für gute Elefantenpfleger wie Bodo und seine Mahouts selbstverständlich, dass sie auch fressen dürfen, wenn Touristen auf ihnen sitzen. Aber der nordthailändische Dschungel ist nun mal sehr steil - und die leckersten Bambuspflanzen scheinen immer (!) hangabwärts zu wachsen. Also sizte ich auf fast drei Meter Höhe auf einem Elefanten, der problemlos hangabwärts in einem recht steilen Hang stehen kann, ein bisschen den Kopf senkt und gemütlich bambus mampft. Und ich habe vor meinen Augen die Höhendifferenz vom Elefantenrücken zum Boden plus dem ordentlichen Gefälle direkt dahinter. Hmmmh.
Aber wie auch immer: Das Reiten im Nacken dieser wundervollen Tiere ist ein fantastisches, unglaubliches Gefühl, das ich sicher nie (!) vergessen werde.
Nach dem "Spaziergang" gehen die Elefanten noch einmal mit uns baden und werdendann von ihren Mahouts zu ihren Schlafplätzen gebracht. Es hat mir sehr gut gefallen, dass Bodo und seine Leute gut Acht geben, die Tiere nicht zu überfordern. Ihre gewerkschaftlich zugesicherte Mittagspause haben sie natürlich auch.
Na, und wir mit Erlebnissen vollgetankten und redlich erschöpften Gäste marschieren zurück durch den Dschungel, werden - schucker, huppel - wieder zur Lodge gebracht, hüpfen unter die Dusche (dringend nötig, trotz zwei Bädern am Tag) und lassen den Tag beim Abendessen und dem einen oder anderen Chang (chang = Elefant)-Bier auf Bodos und Lias Terasse ausklingen, von der man übrigens einen fantastischen Ausblick hat. Glücklich, den Tag Revue passieren-lassend und über - natürlich - Elefanten plaudernd.
Eine Trip, den ich wirklich allerwärmstens empfehlen möchte. Davon erzählt man noch seinen Enkelkindern.
Permalink: Elephant Special Tours: Der große Treck
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Wong
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