Galapagos: Ökologie versus Tourismus
23.Januar.2009 admin
© cliff1066
Wenn es einen Ort gibt, der mit Fug und Recht als "letztes Paradies" bezeichnet wird, dann wohl die Galapagos-Inseln. Nun ist "Paradies" sicherlich ein dehnbarer Begriff doch geht es darum, endemische Tier- und Pflanzenarten sowie unberührte Natur zu erleben, zählt die zu Ecuador gehörende Pazifikinsel sicherlich zu den touristischen Toptipps.
Das könnte sich bald aber ändern, denn je mehr Touristen die Insel besuchen, desto eher wird das dortige Ã-kosystem zerstört. Das haben Ã-kologen der Universidad Autonoma de Madrid herausgefunden, deren Erkenntnisse nun auf der Internetseite des österreichischen "Standards" publiziert wurden:
Der Tourismus, von dem die Inselbewohner abhängen, bewirke nicht nur die Verschwendung natürlicher Ressourcen vor Ort und verstärkte Zuwanderung, sondern ziehe auch das Eindringen neuer Tier- und Pflanzenarten nach sich, die das Gleichgewicht der Insel gefährden.
Trotz der Quarantäne gibt es schon zum jetzigen Zeitpunkt fast 500 "neue" bzw. von außen hineingetragene Tierarten auf dem Archipel. Dazu kommen Gefährdungen durch die Landwirtschaft sowie neue Pflanzenarten, die das fragile Ã-kosystem zusätzlich gefährden.
Eine Lösung boten die Wissenschaftler allerdings auch nicht an. Das Budget für den Naturschutz ist durchaus vorhanden, doch:
Gelöst werden müsse zuerst die soziale Krise der Inselgruppe. Bisweilen in Gewaltszenen ausartende Fischerstreiks sowie die Unstimmigkeiten der hier ansässigen Institutionen untereinander und mit der Bevölkerung nehmen zu. Wichtige Positionen wie die der Nationalparkleitung seien 2002 elfmal gewechselt worden, was das Vertrauen der Unterstützer sinken lasse
So ist schnelles Handeln geboten, denn sonst geht den Galapagos-Inseln ihr einziger Trumpf verloren: die Einzigartigkeit der Natur.