Gefährdet der "Fall Marco" den Türkei-Tourismus?

27.Juni.2007 admin
Gefährdet der "Fall Marco" den Türkei-Tourismus?

Es hätte alles so schön sein können. Soeben erst hatte der Focus von einem Rekordjahr im Türkei-Tourismus berichtet und darauf verwiesen, dass insbesondere deutsche Touristen gerne in das südosteuropäische Land fahren:

Nach wie vor seien die Deutschen zahlenmäßig die größte Besuchergruppe in der Türkei, so Sen. An zweiter Stelle folgten Gäste aus der russischen Föderation, deren Zahl sich in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um fast 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöht habe.

Doch mit einem Schlag hat sich das Blatt offenbar gewendet. Schuld daran ist Der Junge im Türken-Knast, wie es die BILD in gewohnter Manier ausdrückt. Denn aufgrund der Inhaftierung des 17-jährigen Marco, dem der Missbrauch einer 13-jährigen Schülerin aus Manchester vorgeworfen wird, hat sich die Stimmung schlagartig geändert:

In Internet-Foren ereifern sich Urlauber über den Fall und die Haftbedingungen für den Jugendlichen und drohen, vorerst nicht mehr an die türkische Riviera zu reisen., wie ebenfalls der Focus berichtet.

Ob sich diese Misstöne allerdings lange halten, wage ich zu bezweifeln. Schließlich wäre der Vorwurf, der gegen den 17-jährigen erhoben wird, auch hierzulande strafbar. Darüber hinaus ist das Thema in ein paar Tagen sowieso "durch" und dann erinnern sich die eifrigen Forenschreiber kaum noch an ihre vormalige Wut. So beruhigt auch die TUI:

Urlauber wüssten, dass in der Türkei andere Gesetze gelten als in der EU. So werden Drogendelikte und das Mitnehmen von alten Münzen oder am Strand gesammelten Fossilien härter bestraft. "Wenn man die Regeln respektiert, steht einem erholsamen Türkei-Urlaub nichts im Wege", sagte der TUI-Sprecher.


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