Harte Männer – wilde Pferde

2.Februar.2006 admin

Rodeo in Santa Maria

Der wilde Westen in Kalifornien ist sehr zivilisiert. Nichts desto trotz findet man noch Spuren der alten Zeiten. Das Hinterland Kaliforniens, der Landstrich zwischen der Bay Area, des Silicon Valleys und LA ist ländlich vom Weinanbau und der Landwirtschaft gezeichnet.
Der Highway 101 von San Jose nach San Francisco führt durch das Landesinnere an ellenlangen Feldern mit köstlichen Früchten des Landes vorbei. Etwa eine Stunde vor Santa Barbara liegt Santa Maria, ein Küstenort mit ländlicher und behäbiger Gemütlichkeit.

Beim Eintreffen stachen uns schon die großen Pferdetrailer an jeder Tankstelle ins Auge. Aus tonnenschweren Pickup Trucks stiegen hartgesottene Männer mit Cowboystiefeln und klingenden Sporen. Wir hatten das Gefühl uns inmitten einer Marlboro Werbung zu befinden.

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Den Trailern folgend kamen wir am Austragungsort an, und meine Freundin und ich waren die einzigen Personen, die eine "normale" Personenlimousine fuhren und keinen Jeep, Pickup, SUV und wie sie alle heißen. Man konnte uns auch leicht als nicht Eingeweihte erkennen so ganz ohne Cowboyhut und Boots.

Ab ins Getümmel – wie immer gab es jede Menge Fleisch, und zu unserem größten Erstaunen einen Stand von Jack Daniels. Ich sollte hierzu erwähnen, dass in Kalifornien der Genuß von Alkohol unter 21 und auf öffentlicher Straße verboten ist. Um so erstaunlicher, dass der Stand gut besucht war…
Und nicht zu vergessen Cowboyhüte überall – in jeder Farbe und Größe!

Das Spektakel startet!

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Musik dröhnt, alles schwenkt euphorisch kleine amerikanische Flaggen (gab es am Eingang als Eintrittskarte) und der erste Reitertrupp, ähm Verzeihung, "Cowboy Trupp " stürmt im Galopp herein! Ach so, das ist die erste Werbeunterbrechung….denn alle Cowgirls, bei näherer Betrachtung, schwenkten große Flaggen mit verschiedenen Sponsoren des Rodeos – von Dodge bis Jack Daniels.

Die erste Prüfung startet. 3 Cowboys mussten ein Bronco (ungezähmtes Wildpferd) satteln und eine Runde in der Arena reiten. Der wilde Kampf startet: Pferd steigt, 2 Männer versuchen 700kg auf dem Boden zu halten und der dritte versucht dasbei das Ungetier zu satteln. Es war wirklich amüsant zu sehen, wie der Bronco diese statthaften Männer durch die Arena gezogen hat :-)

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Es finden insgesamt mehrere Prüfungen statt wie "bareback bronco riding " (ungesattelte Broncos Reiten), team roping und calf roping. Beim "Roping " wird von einem Cowboy ein Kalb mit dem Lasso eingefangen, auf den Boden geworfen und die Beine zusammengebunden. Dies geschieht nach Zeit und erfordert großes Geschick und Kraft – sowohl von den Cowboys als auch dem Kalb :-)

Der Höhepunkt war natürlich das "Bullriding". Unglaublich! Obwohl die Cowboys um ein hübsches Sümmchen kämpfen, käme mir dies sicher NIE NIE NIE in den Sinn.
Die "Cowboys " tragen Schutzkleidung in Form von einer Schutzweste, einem Lederhandschuh und Cowboystiefel mit Sporen. Einige Profis tragen auch Helme, doch der Großteil trägt einen Cowboyhut (wohl der Tradition wegen, denn zur Sicherheit trägt der sicherlich nicht bei).
Die Show beginnt. Jeder Bullenreiter versucht sich 8 Sekunden auf dem buckelnden und sich um die eigene achse drehenden Stier zu halten. Punkte werden nach Zeit und Stil von den beobachtenden Richtern vergeben.

Für jeden Cowboy der böse gefallen war , gab es zum Applaus noch eine Flasche Jack Daniels von dem Richter.

Die mit Abstand für mich lustigste Prüfung war das Mutton Bustin. Nachdem zuerst der best gestylteste Nachwuchs Cowboy gewählt wurde, reiteten 4-6 järhige Kinder ein "wildes" Schaf….

Ach ja, das war ein erstaunlicher Tag!

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Ich weiß, dass Rodeo und alles was dazu gehört als Tiermissbrauch angekreidet wird, doch ich hatte nicht das Gefühl. Die Reiter sowie auch die "Bullen" bzw. Pferde sind Profis.

Zum Abschluss bleibt mir nur zu sagen: HOWDY!


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