Hotel im Atombunker

15.Oktober.2008 admin
Hotel im Atombunker
© Toni_V

Die Rheinbrücke auf dem Foto hat sich leider nicht in dieser Form gehalten. Doch neuerdings hat die schweizerische Gemeinde Sevelen, unweit der Grenze zu Liechtenstein eine neue Attraktion zu bieten: das erste 0-Sterne-Hotel.

Nun fragt man sich, warum ein Hotel ausgerechnet null Sterne haben muss, doch wenn in einem Spiegel-Bericht von der Umnutzung eines Atombunkers die Rede ist, dann wird einiges klar:

Die Außenwelt ist nur per Monitor zu sehen – und wer morgens warm duschen darf, entscheidet der Zufall.

Das sind nur einige der Un-Annehmlichkeiten, die die Reisegäste in dem krisen- und atombombenfesten Bau erwartet. Dei Gebrüder Riklin hatten die Aufgabe übertragen bekommen, den Atombunker nutzbar zu machen und zu fiel die Wahl auf die Einrichtung eines Hotels. Der Begriff "Null-Sterne" ist mittlerweile sogar ein geschütztes Markenzeichen und die Anfrage aus Japan, China, den USA, Vietnam und zahlreichen anderen Staaten häufen sich:

Trotz aller Schlichtheit wird den Hotelgästen je nach gebuchter Kategorie doch einiger Komfort geboten. Zum Beispiel wird zwischen der Variante Standard im originalen Militärdoppelstockbett und der Luxusversion im bequemen Biedermeierbett unterschieden. Wer Luxus – für rund 20 Euro pro Nacht – bucht, bekommt morgens den Kaffee an die Bettkante serviert und findet täglich ein anderes Betthupferl in seinem Nachtschränkchen – beispielsweise ein Vanillekipferl von der besten Vanillekipferl-Bäckerin im Ort gebacken.

Insgesamt bietet das Hotel 54 Betten und bei voller auslastung wird sich das originelle Vorhaben alsbald amortisiert haben (inklusive der Kosten, die der Bau des Bunkers seinerzeit verschlungen hat). Angesichts solch günstiger Übernachtungspreise dürfte dieses Ziel durchaus realistisch sein.

Die offizielle Eröffnung ist im Januar 2009.


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