Japan – Couchsurfing schwer gemacht
13.Januar.2010 admin
Kaum ein anderes Urlaubsland ist so teuer wie Japan. Das fängt schon bei den Flügen an, setzt sich bei den Preisen für Hotels fort und endet letztlich bei zumeist teuren Getränken und Speisen. Da ist guter Rat – ähem – günstig, vor allem, wenn es sich um das Phänomen Couchsurfing handelt.
Diese neuartige Urlaubs- bzw. Übernachtungsform ist mittlerweile auch im "Land der aufgehenden Sonne" anzutreffen doch scheinen die Japaner einige Anlaufschwierigkeiten zu haben. Oder vielleicht auch deren Gäste, denn des einen Höflichkeit ist des anderen Unverschämtheit und vice versa. Das berichtet auch der Spiegel und schreibt einleitend:
Kyoko hat ständig Besuch. In ihrer kleinen Dreizimmerwohnung in der Nähe der Bahnhaltestelle Ueno im Nordosten Tokios bringt die 32-Jährige ihre Gäste auf einer Wohnzimmercouch, auf dem Boden oder in einem kleinen Extra-Schlafzimmer mit Futon unter. Die Besucher aus Schweden, Singapur, Australien, Brasilien, Kanada und vielen anderen Ländern sieht die Bilanzbuchhalterin aus Tokio zum ersten Mal, wenn sie auf der Türschwelle stehen. Denn sie bietet eine kostenlose Bleibe im Internet-Reiseportal Couchsurfing.com an.
Couchsurfern sei verraten, dass es neben dem genannten Portal auch noch den Hospitalityclub, Bewelcome oder die Globalfreeloaders gibt, doch bleiben wir bei Japan. Dort ist es zum einen üblich, dass Erwachsene bis zu einem Alter von ca. 35 Jahre bei ihren Eltern leben, womit meist junge Ausländer das Couchsurfing anbieten. Zum anderen sind die Ansprüche in punkto Höflichkeit überaus hoch und wer sich daneben benimmt, bekommt meist noch nicht einmal einen Hinweis, denn auch das wäre unhöflich:
Und so merken manche Besucher gar nicht, wie sie von einem Benimm-Fettnäpfchen ins nächste stolpern.
Sie kommen ohne Entschuldigung zu spät, tapsen mit Straßenschuhen ins Zimmer, statt in die Hauspantoffeln zu wechseln, denken nicht an das kleinste Mitbringsel – allesamt Dinge, die kein japanischer Gast wagen würde. "Japaner sind extrem gastfreundlich und kümmern sich rührend um Besucher, aber manche Couchsurfer nehmen das nicht an und wollen nur einen Gratis-Schlafplatz"
Zu beachten ist beispielsweise, dass in Japan enormer Wert auf Pünktlichkeit gelegt wird. Und dass es gar nicht gut ankommt, wenn Japanerinnen unbekannte männliche Besucher aufnehmen. Und das sind nur einige der "Benimmregeln", die man beachten sollte. So kann es sich lohnen, vor einer Japan-Reise in einen der vielen "Japan-Knigge" zu schauen – und diese gelten nicht nur für Couchsurfer.