Kambodscha: Angkor Wat boomt
4.August.2009 admin
© flydime
Es war vor vielen Jahren, da war die kambodschanische Tempelanlage Angkor Wat noch ein absoluter Geheimtipp. Kein Wunder, denn die Tempel liegen ja auch mitten im Dschungel und infolge der instabilen politischen Lage kamen nur hartgesottene Abenteurer auf die Idee, in das südostasiatische Land zu reisen.
Lang ist es her, denn mittlerweile eilt Angkor Wat von Rekord zu Rekord, wie auch die "Welt" feststellt:
Der Tourismus hat sich seit 1998 mit Lichtgeschwindigkeit entwickelt. Heute ist Angkor Wat als Herzstück des alten Khmer-Königreichs Stolz und Hauptattraktion des Landes. Seine Restaurierung ist so weit fortgeschritten, dass die Anlage stellenweise fast ein wenig zu gründlich gefegt wirkt – gerade der Mythos einer vom Dschungel überwucherten Tempelstadt ist es, der sich für Europäer mit dem Namen Angkor verbindet. Noch widersteht Kambodscha den Versuchungen, Angkor als komplettes archäologisches Disneyland anzubieten.
Man kann es herauslesen: die Betonung liegt auf dem "noch". Denn auch, wenn die Bauten aus den Jahren 802 bis 1295 stammen: von majestätischer Ruhe oder Ehrung der Vergangenheit ist nur noch wenig zu spüren. Konzerte, TV-Shows, Themenparks – das alles sind die Zeichen der Zeit, die die Idylle früher oder später stören könnten.
Da kommt die Wirtschaftskrise fast wie gerufen, denn im laufenden Jahr wird erstmals ein Besucherrückgang um satte 40 Prozent erwartet. Ein ideale Chance, die Tempel in Ruhe zu besichtigen, denn besonders in der Nebensaison sind die Preise günstig und die Anlagen nicht so überlaufen.
Auf lange Sicht dürfte sich jedoch der Trend zu einem "mehr" fortsetzen …