Kein Bier in Saudi-Arabien

5.März.2008 admin
Kein Bier in Saudi-Arabien

Es gibt kein Bier auf Hawaii, Es gibt kein Bier. Drum fahr ich nicht nach Hawaii, Drum bleib' ich hier. so sang es seinerzeit Paul Kuhn. Vermutlich dürfte sich das mittlerweile geändert haben, was man von Saudi-Arabien nicht behaupten kann. Okay: Die wenigsten BesucherInnen dieses Landes werden dorthin fahren, um ein kühles Bier zu genießen. Trotzdem ist es beachtlich, wie kompromisslos der Tourismus hier betrieben wird.

Kunststück, werden einige Sagen – bei einem Ã-lpreis von über 100 US-Dollar. Der Spiegel hat es geschafft, Prinz Sultan Ibn Salman, den saudischen Tourimusminister zu interviewen, mit durchaus interessanten Einblicken. So erfahren wir beispielsweise:

Moderner Tourismus funktioniert nur, wenn er eine soziale Komponente hat, wenn, um es deutlicher zu sagen, die Touristen Respekt für die lokalen Sitten und Gebräuche haben.. Im Klartext: Kein Bier, keine Pornographie (was auch immer das bedeuten soll) aber viele neu gebaute Hotel. Denn:

Wir geben im Augenblick sehr viel Geld dafür aus, große Touristenstädte zu bauen, die mit der übrigen Infrastruktur unseres Landes mithalten können.

Doch in punkto archäologie hat das Land durchaus eine Menge zu bieten, wenngleich die Darbietung für den westlichen Betrachter ggf. gewöhnungsbedürftig ist. So schreibt der Spiegel:

Das Nationalmuseum in Riad unterteilt die Geschichte in die islamische Ära – und in das "Zeitalter der Unwissenheit" davor.

Ich weise aber auch auf das Auswärtige Amt hin, dass Informationen über den Lebensstil und die Menschenrecht in der absoluten Monarchie gibt. Eine Kostprobe:

In der Ã-ffentlichkeit besteht strikte Geschlechtertrennung. Saudische Frauen, vor allem in der Zentralprovinz, sind meist voll verschleiert. Auto fahren ist Frauen verboten. Sie unterstehen der lebenslangen Vormundschaft des Ehemanns oder männlicher Familienangehöriger, die allerdings für ihren Unterhalt aufkommen müssen. Frauen sind weder im Ministerrat noch im Madjlis Al-Shura vertreten

Desweiteren lesen wir:

Die Menschenrechtslage in Saudi-Arabien ist unbefriedigend. Das Strafrecht folgt koranischer "Scharia". Todes- und Körperstrafen werden verhängt und vollstreckt. Die Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit sind stark eingeschränkt. Parteien sind verboten. Die öffentliche Ausübung nichtislamischer religionen ist streng untersagt; es gibt keine Kirchen. Meinungs- und Pressefreiheit sind in gewissem Rahmen gegeben. Die kontroverse Diskussion gesellschaftlicher Missstände oder von Defiziten der Regierung ist möglich, doch besteht strenge Zensur in Bezug auf öffentliche Moral, Religion und Königshaus.

Ob dadurch unbedingt Urlaubsstimmung aufkommt, muss jeder selbst entscheiden …


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