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Kuba: Voodoozauber im Realsozialismus
abgelegt im Archiv Karibik von Christoph Römer am 17.05.07
Kuba: Voodoozauber im Realsozialismus
Mit großem Erstaunen habe ich einen Artikel im Focus gelesen, in dem von Voodoo-Tourimus auf Kuba die Rede war. Denn eigentlich war mir der Inselstaat in der Karibik - auch aus eigener Erfahrung - als Bollwerk der Realsozialismus gegen die Verlockungen von Kapitalismus und Religion bekannt. Doch scheint Santeria durchaus im Trend zu liegen. Sieben von zehn Einwohnern Kubas konsultieren regelmäßig die Voodoo-Priester und immer mehr Touristen interessieren sich für die (angeblich) magischen Kräfte des Kults:


Ein komplettes Initiationsritual, die Einführung in die Santeria-Gemeinschaft, kostet über 1000 Dollar. , so lesen wir in dem Artikel und so nimmt es nicht wunder, dass sich diese überaus unsozialistische Praxis mehr und mehr etabliert:


Als sich Kuba in den 1990er-Jahren dem Massentourismus öffnete, erhielten manche sogar Lizenzen von den Behörden. Viele Reiseführer geben Tipps für die Suche nach dem Seelenheil und für die Bezahlung.


Auf den Seiten des kubanischen Tourismusverbands habe ich allerdings keine Hinweise zu Voodoo-Angeboten finden können, wohl aber auf der Webseite des Magazins Freitag:


Natürlich ist dabei auch die touristische Option von Gewicht, da immer mehr ausländische Besucher über die Proyectos Comunitarios, also im Stadtviertel, auf ein authentisches Erleben afro-kubanischer Kultur hoffen. Der Ansturm - ob Pauschalreisende oder Akademiker - ist mit einer wachsenden Nachfrage nach der Welt der Santería verbunden. Nicht selten führt ein zunächst generelles Interesse an dieser Religion zu einer Initiation, die 10.000 Dollar kosten kann. Noch in den achtziger Jahren musste jeder Ausländer, der Kontakt zu Santeros oder Santeras suchte, sich über das "Büro für religiöse angelegenheiten" der Partei gegen eine Gebühr vermitteln lassen. Inzwischen sind diese formellen Kanäle weitgehend obsolet, da fast jeder Kubaner entweder eine Menge Santeros kennt oder sich selber als ein solcher anpreist, nicht ohne zugleich über die "Kommerzialisierung seiner Überlebensreligion" und grassierende Scharlatanerie zu klagen. Aber für viele ist nun einmal die Vermarktung von Religion und Kult lukrative Einnahmequelle, die nicht auf Gewinn, sondern Existenzsicherung gerichtet ist.



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Tags: Kuba  Voodoo  Santeria 
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