Palo Alto – Carmel – Big Sur – Ziel Hearst Castle
16.August.2005 admin
Nach ca. 4 Stunden Autofahrt auf dem Highway Nr. 1 erreichen wir San Simeon, wo die Berge von Big Sur nach Süden hin wieder abflachen. Oben auf dem 488 Meter hohen Berg "La Cuesta Encantada" (der bezaubernde Hügel) sehen wir schon das bescheidene Heim von William Randolph Hearst thronen.

Es werden ca. 5 Touren pro Tag veranstaltet, 4 tagsüber, eine abends. Alle Touren zeigen verschiedene Bereiche des Schlosses und des Geländes.
Wir entscheiden uns für die dritte Tour – die Pooltour.
Ein Bus bringt uns über eine gut 15 Kilometer lange Privatstraße hinauf zum Hearst Castle.
Kurz zur Geschichte des Medienmoguls:William Randolph Hearst besaß 26 Zeitungen, 13 Magazine und 8 Radiosender. Er produzierte Wochenschauen, Hollywoodfilme und war, als er 1951 starb, einer der reichsten Männer der Welt. Im Stil des neureichen Onkels aus Amerika wollte Hearst eigentlich Windsor Castle vom englischen Königshaus kaufen, zerlegen und in San Simeon wieder aufbauen lassen. Diesen Projekt konnte er jedoch nicht realisieren, und so ließ er sich von der Stararchitektin Julia Morgan sein ganz persönliches Neuschwanstein bauen, zur Präsentation seiner auf der ganzen Welt zusammengekauften Kunstschätze und zum Angeben vor seinen illustren Partygästen wie Präsident Calvin Coolidge, Winston Churchill, George Bernard Shaw, Charles Lindbergh, Charlie Chaplin und viele andere des Show und Filmgeschäfts.

Das Schloss besteht aus 165 Zimmern, von denen sich 115 im großen Haupthaus, dem im mediterranen Stil erbauten Casa Grande, befinden. 1919 wurde mit dem Bau begonnen, und bei Hearsts Tod 1951 war es immer noch nicht fertig. Viele Antiquitäten, ganze Teile des Hauses, Skulpturen und sogar Bäume (Zypressen) wurden aus Europa per Schiff nach San Simeon transportiert.
Wie viel das Anwesen von William Randolph Hearst kostete wurde nie bekannt gegeben. Schätzungen zur Folge waren es 30 Millionen Dollar. Der heutige Kaufwert des Hearst Castle würde zwischen 300 und 400 Millionen Dollar betragen. Die Kunstgegenstände sind in diesem Preis nicht inbegriffen und können auch kaum geschätzt werden.
Der Pool – die PoolsUnsere knapp 1,5 stündige Führung beginnt beim Neptune Pool. Mein erster Gedanke: Hier möchte ich JETZT reinspringen. Bestimmt haben wir schon einiges auf der Welt gesehen, aber jetzt präsentiert sich uns im milden Abendlicht ein Bild, da bleibt selbst uns die Spucke weg: Hinter einer Säulenkolonade spiegelt sich nämlich ein griechischer Tempel im Wasser, und zwar im absolut schönsten Pool, den wir je gesehen haben.

Die Gästehäuser sind auf andalusien getrimmt. Hier, so erfahren wir, haben schon Erroll Flynn, Katharine Hepburn und Johnny Weißmüller logiert. Natürlich weisen die Gästezimmer jeden erdenklichen Luxus auf, vom obligaten Einzelbad mit Dusche bis zum Sammelsurium unbezahlbarer Antiquitäten. Die werten Gäste nächtigten in echt gotischen Bettgestellen, selbstverständlich mit moderner Sprungfedermatratze, und unter echten Bildern, so ab Rembrandt aufwärts. Hearst selbst übrigens pflegte sich nachts mit einem originalen, mehrere hundert Jahre alten Papstgewand zuzudecken.
Bald stehen wir vor dem Haupthaus, der "Casa Grande". Sie hat zwei Glockentürme und ist der Kathedrale von Sevilla nachgebildet. Aber innen findet man keine Kirche vor, sondern die Speise- und Aufenthaltsräume, und mit den 36 Glocken wurde seinerzeit zum Essen gebimmelt. Die hölzerne Giebelverzierung ist natürlich original und aus einem spanischen Kloster.

Zum Ende der Tour sehen wir noch den Indoor Pool, der den Outdoor Pool fast noch übertrifft. 8 Männer brauchten 3 Jahre, um die Mosaiksteine hier anzubringen. Die goldenen Steine waren mit echtem Gold überzogen. Hier gab es sogar ein Sprungbrett.

Fazit:Da Hearst Castle oft total überlaufen ist, sollte man vorher unbedingt telefonisch, oder online reservieren.
Führungen täglich von 8.20 – 15.20 Uhr – Eintritt $24 pro Person.
Der «malerische» Streckenabschnitt auf dem Highway Nr.1 von Santa Cruz bis San Simeon lohnt sich immer! Obwohl der Pazifik in eine flauschige Wattedecke aus Nebel und Wolken getüncht war, konnte ich mich nicht satt sehen. Ein fantastischer Aussichtspunkt jagt den nächsten, von drunten klingt Brandungsrauschen und Seelöwengebell herauf. Prima, wenn man so wie ich, nur "Beifahrerin" ist:-)
Tja, und im Hearst Castel wäre ich auch gerne bei einer der vielen Pool Partys dabei gewesen!
Ein Besuch lohnt auf jeden Fall!
Weiter geht es in dem nächsten Bericht mit Santa Barbara.
Ihre Elbperle