Rio der Janeiro – Tourismus in den Favelas
21.August.2007 admin
Tourismus der makaberen Sorte oder wichtige Einblicke in die Abgründe der Wohlstandsgesellschaft? Es ist sicher nicht ganz einfach, die neue Tourismus-Idee der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro zu beurteilen. Denn neuerdings ist es möglich, geführte Touren durch die Favelas zu unternehmen. So lesen wir im Tagesspiegel:
Die positive Seite der Favelas wolle sie vermitteln, sagt Fremdenführerin Cristina. "Die meisten hier arbeiten und verdienen mindestens 140 Euro im Monat – damit können sie aber in den reichen Vierteln nicht leben." Auch wenn die fahrt in die Slums mit einem Mini-Bus gemacht wird – nur wenige Touristen trauen sich bislang dorthin, zu sehr fürchten sie die Gewalt und die alles kontrollierenden Drogenhändler.
Dabei herrschen strenge Regeln für Touristen: Fotos dürfen beispielsweise nicht geschossen werden und auch der Preis von 25 Euro für die Tour ist – gemessen an anderen Touristenattraktionen – nicht eben günstig zu nennen.
Auf der anderen Seite werden mit dem Geld Schulen finanziert und entsprechend positiv ist dann auch die Resonanz seitens der (interviewten) Bewohner:
Die Bewohner sehen die Besucher gern. Die Touren seien gut für das Geschäft und trügen dazu bei das Image des Viertels zu verbessern