Sizilien – Tourismus ohne Mafia

26.Januar.2010 admin
Sizilien - Tourismus ohne Mafia

Wann immer von Sizilien die Rede ist, denken wir unweigerlich an die Mafia. Und was die wenigsten Touristen wissen (oder vielleicht nur erahnen): bei der Verbrecherorganisation handelt es sich keineswegs um eine Legende, die den Tourismus ein wenig spannender macht sondern um ein real existierendes soziales Problem.

Was haben wir Touristen damit zu tun? Ganz einfach: wir liefern das Geld. Und zwar, indem zahlreiche Restaurants, Hotels oder sonstige Betriebe Schutzgeld zahlen. Und dieses Schutzgeld fließt wiederum der Mafia zu.

Abhilfe soll nun die sizilianische Bürgerinitiative Addiopizzo schaffen, die alle Läden veröffentlicht, die sich weigern, das Schutzgeld zu bezahlen. Addiopizzo bedeutet übersetzt soviel wie Tschüss Schutzgeld und wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat die Initiative nun auch einen deutschsprachigen Stadtplan der schutzgeldfreien Geschäfte und Restaurants veröffentlicht. Lohnenswert, wie ich finde und auch das Interview mit Gründungsmitglied Edoardo Zaffuto ist eine Lektüre wert. So sagt dieser:

Wir führen auf Sizilien den ethischen Wert "mafiafrei" ein: Selbst wer nur ein Wochenende auf Sizilien verbringt, kann den Kampf gegen die Cosa Nostra unterstützen, indem er bei Unternehmen bucht und Restaurants besucht, die kein Schutzgeld zahlen. Die Urlauber müssen verstehen, dass eine mafiafreie Gesellschaft nicht nur für Sizilien oder Italien immens wichtig ist, sondern für ganz Europa.

Und das sollte man doch unterstützen.



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