Spreewald: Gastwirte warnen vor rechter Gewalt

10.September.2007 admin
Spreewald: Gastwirte warnen vor rechter Gewalt

Einen durchaus mutigen Schritt unternahmen eine Reihe von Gastwirten im Spreewald. Während an vielen Orten in Deutschland die Auswirkungen rechter Gewalt gerne als "Einzelfälle", "selber schuld" oder "eigentlich nette Jungs" bagatellisiert werden, redet der Vorsitzende des Tourismusverbandes Spreewald, Peter Stephan in der Lausitzer Rundschau Klartext:

Die Übergriffe beginnen, so Stephan, mit Pöbeleien gegen ausländische Händler auf Märkten im Spreewald.

Vor allem die Berichte einzelner Tourismus-Anbieter sind alarmierend:

Die Auswirkungen der rechten Provokationen seien bereits spürbar, berichtete eine campingplatz-Betreiberin aus der Nähe von Luckau. «Es ist schwer, Au-Pair-Mädchen in die Region zu holen.» Außerdem werde in der Nähe der Platz-Zufahrt «regelmäßig eine Reichskriegsflagge» gehisst. «Das alles sind eklatante Probleme für den Tourismus» , sagte die Platz-Chefin. Eine Pensionsbetreiberin aus Köthen berichtete von einer «Familie aus dem Osten» am Frühstücks tisch. «Die erzählen laut, wie schön es in der DDR war, um anschließend auf die 'Fidschis' zu schimpfen. Da möchte man doch aus der Haut fahren» , sagte die Gastwirtin. An Stränden im Dahme-Seengebiet gebe es Treffs der rechten Szene. «Dort wird dann 'Deutschland den Deutschen' gegrölt» – und gleichzeitig debattieren die Tourismus-Anbieter darüber, wie internationale Gäste in den Landkreis Dahme-Spreewald geholt werden können.

Man kann nur hoffen, dass sich diese Erscheinungen eindämmen oder ganz beseitigen lassen, denn mit dem Freizeitparadies "Tropical Island" allein wird der Spreewald seinem touristischen Potential mit Sicherheit nicht gerecht.

Doch indem man das Problem beim Namen nennt, ist zumindest ein erster Schritt getan, der in manch anderer Region noch auf sich warten lässt.


One Response to “Spreewald: Gastwirte warnen vor rechter Gewalt”

  1. Es wäre schade, wenn die neonazis einem diese wunderschöne Gebiet verleiden würde und man nicht mehr dort hin fährt.
    Denn uns hat es immer gut gefallen

Hinterlasse eine Antwort



Impressum