Urlaub in Afghanistan
6.Januar.2009 admin
© Carl Montgomery
Nein, die Überschrift ist kein Scherz und auch kein Zynismus. Nach den kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten Jahre bzw. Jahrzehnte ist Afghanistan auf dem Weg in die Normalität. Und zu dieser gehört auch wieder der Tourismus, der in den 70er Jahren durchaus floriert hatte. Nun gibt es heutzutage keine Hippies mehr, die seinerzeit gerne an den Hindukusch "gepilgert" waren, doch im Nationalpark Band-e-Amir kann man allmählich wieder Urlaub machen.
Das berichtet die Süddeutsche Zeitung, wo die sechs Seen mit ihrem mineralstoffreichen Wasser genauer unter die Lupe genommen werden:
Im Oktober hat Bamijan ein provisorisches Touristenzentrum eröffnet, nun sind eine Karte der wichtigsten Sehenswürdigkeiten und eine Hotelschule in Planung. Bamijan ist fast eine Oase des Friedens in Afghanistan, da die Bevölkerung vor allem aus Hasaras besteht, einer Ethnie schiitischer Moslems, die die Taliban verachten. Dieses Jahr besuchten nach Angaben der Provinzgouverneurin Habiba Sorabi mehr als tausend ausländische Touristen das malerische Tal um Band-e-Amir.
Gewiss: das sind noch lange keine großen Zahlen. Und auch in punkto Infrastruktur kann Afghanistan noch lange nicht mit anderen Staaten mithalten. Aber immerhin ist ein erster kleiner Schritt getan.
Hallo Christoph, ich lebe seit zwei Jahren in Afghanistan, und Bamian ist wirklich einen Urlaub wert! Es ist immer noch recht einfach hinzukommen und dort eine Unterkunft zu finden, wenn man die richtigen Leute kennt. Am besten, man informiert sich vorher bei Menschen die hier schon länger sind (zB über http://www.couchsurfing.com). Es gibt übrigens nicht nur Bamian: es ist auch möglich, im Wakhan Korridor zu Hiken. Sehr ruhig und sicher, da sehr abgeschieden. Infos: http://www.mockandoneil.com/wakhan.htm; http://www.wakhan.org/ (officzielle Seite, noch in Bearbeitung). Es gibt dort schon ein Tourist- Office was von Aga Khan und auch Deutschland unterstützt wird. War leider selbst noch nicht da, plane es aber für nächstes Jahr. Ich hoffe, Afghanistan rückt wieder mehr in die Öffentlichkeit aufgrund seiner wundervollen Landschaften und Menschen. Alles Gute, Andre